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Die ungefähr 750 Jahre alte Blankenburger Kirche liegt mitten auf dem
angerartigen Platz, umgeben von der spätmittelalterlichen Findlingsmauer des
Kirchhofes. Auf den ersten Blick wirkt der einfache kubische Feldsteinbau der
Kirche wie aus einem Guss. An den quadratischen Westturm schließt sich in
gleicher Breite der rechteckige Kirchenraum mit einem geraden Ostschluss an.
Aber der Bau erhielt erst im Laufe mehrerer Jahrhunderte seine endgültige
Gestalt. Wer unter der flachen Holzdecke den saalartigen Innenraum genauer
betrachtet, dem fällt ein Rücksprung der Wände im Ostteil auf - die dickeren
Mauern des Kirchenschiffes im Westen bilden den ältesten Bauabschnitt; nicht nur
das recht saubere Quaderwerk der Außenhaut, auch die als Blenden im Inneren
sichtbaren kleinen Rundbogenfenster und das kleine Südportal mit Rundbogen
datieren sie in die Zeit der Romanik um 1250. Fenster und Seitenpforte wurden
erst bei der Erneuerung 1938/40 wieder freigelegt. Im In der Tür steckte sogar
noch der Holzriegelverschluss des Wehrbalkens. Diese Vorrichtung zum sicheren
"Verrammeln" des Raumes gehört zur Bestimmung als Fluchtkirche, die den Bauern
sicheren Unterschlupf bei feindlichen Raubzügen gewährte.
Der gestreckte Feldsteinchor wurde im 15. Jahrhundert angefügt. Wohl
gleichzeitig mit dem Chor wurde die Sakristei nördlich angebaut. Das Westportal
ist spätgotisch (im Turm).
Der Turm entstand vermutlich im 14. Jahrhundert. Bis 1939 hatte er ein
laternenbekröntes, barockes Zeltdach, das 1939/1940 wegen Baufälligkeit
abgetragen wurde.1998 wurde die schlanke Pyramide als Turmdach aufgesetzt.
Von den weißgetünchten Wänden heben sich die barocken Ausstattungsstücke
wirksam heraus. Der Altaraufsatz bildet ein querovales Abendmahlsgemälde in
üppig geschnitztem Akanthusrahmen. Zwei Engelsfiguren stützen eine bekrönende
palmwedelgerahmte Spruchkartusche. Ein Datum am Sockel nennt das Jahr 1695.
Die große hölzerne Stiftungstafel an der Südwand mit dem Athanasianischen
Glaubensbekenntnis wurde von Johann Stephan Barfuß 1694 gestiftet.
Aus der Barfusschen Patronatszeit stammt das auffälligste Kunstwerk der
Kirche - der schwebende Taufengel, der in der einen Hand die Taufschale, in der
anderen ein Spruchband hält. Im Berliner Stadtgebiet ist er der einzige
erhaltene barocke Taufengel.
Die heutige Orgel wurde 1975 von der Firma Jehmlich eingebaut. |