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Evangelische Kirchengemeinde Berlin-Blankenburg |
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"Bewegter Glaube" in
der Kirchengemeinde Berlin-Blankenburg Glauben
bedeutet Unterwegsein mit und zu Gott. Die
Bibel erzählt vom Aufbruch Abrahams, von der Wanderung des Volkes Israels und
von Jesu, der mit seinen Jüngern durchs Land zog. In Predigten, im
Konfirmandenunterricht oder Taufgespräch wird darüber geredet. Und doch nehmen
viele den Glauben als ein fest-geschriebenes (nicht selten starres) Gebilde
wahr. Dass sich in der Gemeinde, in
der Kirche so wenig bewegt, wird beklagt, aber selbst dies geschieht in Form
kognitiver Auseinandersetzung. Kinder
besitzen einen natürlichen Bewegungsdrang. Sie befriedigen ihre Neugier, indem
sie etwas ausprobieren und dafür müssen sie sich in Bewegung setzen. Mit den
Sport- und Spielgeräten, die die Pädagogin Elfriede Hengstenberg bereits in
den 20-iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts entwickelte, agieren die Kinder
nicht nur ihre motorischen Kräfte aus, vielmehr können sie die einzelnen Geräte selbst variieren und kombinieren.
Besonders eigenen sie sich, um biblische Erzählungen phantasievoll und
erlebnisorientiert umzusetzen. Mit Kippelhölzern, Leitern, Rutschbrettern und
Balancierstangen gestalten sie die Kulisse zu einer Geschichte, die sie dann
selber durchleben, - laufen, -spielen. So entsteht beispielsweise eine Arche für
die Tiere, ein Brunnen, in dem der verzweifelte Joseph gefangen sitzt, die
Mauern von Jericho, eine Zollstation mit Baum oder der Berg der Offenbarung.
Spielerisch begreifen sie die fremde Welt dieser Erzählungen im doppelten Sinne
des Wortes. Dabei geraten einfache
Regeln des Miteinanders ("Nicht drängeln", "Nicht schubsen") zur
akzeptierten Grundvoraussetzung eines jeden Spieldurchlaufes. Auch Impulse wie
"Lass dich nur auf das ein, was du dir allein zutraust" machen Werte wie
Selbstvertrauen und Toleranz konkret erfahrbar. Im
Sommer lassen sich die Geräte rasch auf der Wiese aufbauen, während der kalten
Jahreszeit stehen im Pfarrhaus zwei Bewegungsräume zur Verfügung. Kindern
und Teamern fallen beim Experimentieren immer wieder neue, kreative Ideen ein.
Die gemeindepädagogische Arbeit wird ganzheitlicher: Theorie (Biblische
Geschichten) und Praxis (Gestalten oder verschiedene Gruppenspiele); Denken und
Empfinden; Kreatives, soziales und
körperliches Lernen sind enger miteinander verknüpft. Die Arbeit mit Kindern
wird so zu einem Prozessgeschehen und kommt damit vermutlich dem sehr nahe, wie
das Volk Israel seine Traditionen oder wie Jesus seine "Lehre" weitergegeben
haben, nämlich in Bewegung. | |
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